Die ersten Uhren aus dem Schwarzwald entstanden um das Jahr 1640, waren ganz aus Holz gefertigt und meistens nur mit einem Zeiger für die Stundenanzeige versehen. Die Gangregelung, auch Hemmung genannt, erfolgt anfangs durch einen so genannten „Waagebalken“ an der Oberseite der Uhr, der durch Hin- und Herschwingen den Ablauf des Räderwerkes in die Zeitregulierung umsetzte. Die erste Pendelhemmung, eine weitere Variante, war das Vorderpendel, auch „Zappler“ oder „Kuhschwanzpendel“ genannt. Bei dieser Hemmungsart war das Pendel vor dem Uhrenschild angebracht und schwang in raschem Takt hin und her, deshalb auch der Begriff „Zappler“.

In der Zeit um 1730 gelang es Franz Josef Ketterer aus Schönwald als erstem Uhrmacher den natürlichen Kuckuckruf durch zwei verschieden tönende Blasebälge in einer Uhr nachzuahmen. Anfangs waren die Uhren mit einer rechteckigen, mit Blumen und Omamenten einfach bemalten Frontplatte aus Tannenholz, dem Uhrenschild, ausgestattet. Aus dieser Anordnung entwickelte sich im Lauf der Jahre die Lackschilduhr, wie die Kuckuckuhr ebenso typisch, als Schwarzwalduhr. Damit waren die technischen und optischen Vorraussetzungen für eine Uhrenart geschaffen, die wie keine andere, den Ruf der Schwarzwälder Uhren in der ganzen Welt verbreitete.

Der Siegeszug der Kuckuckuhr begann also von Schönwald aus, durch sie erlebte die regionale Uhrmacherei einen starken Aufschwung.

 In den langen Wintermonaten wurden auf zugeschneiten Höfen, mit erfinderischen Geist und gestalterischen Geschick, die verschiedenen Kuckuckuhren mit reicher vielseitiger Schnitzereiverzierung und Schilder mit Blumen und Motivbemalung handwerklich gefertigt. Während des Sommers wurden die Uhren dann von den Schwarzwälder Uhrenhändlern in ihren typischen Trachten in ganz Europa verkauft.

Etwa um 1850 – 1860 ergab sich bei der bis dahin meistens bemalten Schilder-Kuckuckuhr eine deutliche Veränderung. Es entstand eine neue, hausähnliche Grundform in dunklem Holz, verziert mit ausgesägten oder geschnitzten Holzornamenten, der Kuckuckvogel kam bei jeder vollen und halben Stunde hinter einem kleinen Türchen hervor, welches im Giebel des Gehäuses angebracht war. Diese neue Kuckuckuhrenart wurde als „Bahnwärter-häusle“ oder kurz „Bahnhäusle“ bekannt. Aus diesem neuen Basistyp heraus entwickelte sich nun die Kuckuckuhr, wie man sie heute allgemein kennt, meistens mit aufwändig geschnitzten Figuren und Laubormanenten oder reichhaltig ausgestatteten Gehäuseformen, dabei überwiegend in dunklen Holzfarben.

Die Schwarzwalduhr wurde in Gestaltung der bemalten Lackschilduhr und der Kuckuckuhr zum Inbegriff und Symbol für Findigkeit und Handwerkskunst der Schwarzwälder Uhrmacher.  In vielen guten Stuben rund um den Globus ist zu jeder Stunde das Schlagen der Schilduhren und das Rufen der Kuckuckuhren aus dem Schwarzwald zu hören. Seit über 250 Jahren gehört die Schwarzwalduhr zu den beständigen deutschen Exportschlagern.